Reden Sie mit! Bringen Sie Ihre Erfahrungen ein!

Lassen Sie uns und die Leser dieser Seite an Ihren Beobachtungen und Verbesserungsvorschlägen teilnehmen!

Aber vergessen Sie nicht, dass Sie sich nicht auf einer Beschwerdeplattform befinden. Auch medizinische Fragen können wir über dieses Format nicht lösen.

Wir wollen, dass Sie mit Ihren Beiträgen dazu beitragen, die landmedizinische Versorgung unseres Bundeslandes zu verbessern und zu sichern. Je mehr Sie das tun umso mehr fühlen wir uns in unserem Bestreben bestätigt und umso selbstsicherer können wir gegenüben den Entscheidungsträgern auftreten, unsere gut belegten Forderungen vortragen und an deren Umsetzung mitwirken.

Und noch eine Bitte! Wählen sie Ihre Ausdrucksweise so, wie es einer sachlichen Diskussion geziemt. Von Beschimpfungen und Beleidigungen hat niemand etwas. Ehrenrührige oder den gesetzlichen Bestimmungen widersprechende Einträge werden wir von der Seite nehmen.

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17 Kommentare

  • N.N.

    Als berufstätige Mutter gehen mir da einige Fragen durch den Kopf, wenn ich Ihre Homepage lese. Wenn wir einen Arzt brauchen, dann sind das immer so unterschiedliche Situationen: akutes Zahnweh mitten in der Nacht, Durchfall, der von einem Familienmitglied zum anderen „wandert“, unklare Beschwerden meines Schwiegervaters. Es ist für mich und meine Familie schon sehr wichtig, dass wir einen praktischen Arzt in unserer Gemeinde haben und nicht viele Kilometer bis in das nächste Krankenhaus fahren müssen.

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  • N.N.

    Wenn wir das „Landarzt“-Dasein attraktiv machen wollen, müssen wir das nach aussen und nach innen tun. Zum Einen also die Leistungen für die Bevölkerung erkennbar attraktiv gestalten und auch ausreichend kommunizieren, etwa eine Erreichbarkeit über 24 Stunden gewährleisten, indem sich etwa drei Ärzte und Ärztinnen eine Praxis teilen. Zum Anderen müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, die diesen Beruf attraktiver machen als Dienste in einem Krankenhaus. Was gibt es denn Interessanteres als für alle Altersgruppen und alle Arten von Beschwerden die erste Anlaufstelle zu sein? Die Motivationen von Jungmedizinern sind sicher heterogen.

    Antworten
  • Dr. Edgar Wutscher, Arzt für Allgemeinmedizin in Sölden

    Landarzt versus PHC ?

    Bundesministerin Sabine Oberhauser erklärte im Rahmen der ORF-Pressestunde: „PHC werden geschaffen, wo geht eine Patientin/ein Patient hin? Der Arzt arbeitet ja nur 20 Stunden in der Woche!!!!!!!“

    Leider ist es bis heute noch nicht in viele politische Gremien durchgedrungen, dass Landärzte sehr wohl so organisiert sind, dass in weiten Bereichen die Patienten jederzeit zu ärztlicher Hilfe kommen.
    Die von der Politik geforderte Vernetzung besteht bereits heute. Insbesondere die Ärztinnen und Ärzte am Land sprechen sich untereinander ab, es werden Nachtbereitschaftsdienste organisiert, der Wochenenddienst wird abgesprochen, die Urlaube werden aufeinander abgestimmt. In dringenden Fällen wird jeder Landarzt im Sinne einer raschen und kompetenten Versorgung sich für seine Patienten um zeitnahe Untersuchungstermine sorgen.
    Diese Punkte waren immer schon, und sind es auch heute, Realität, aber aus Missgunst (?) auf die Ärzte wird es oft von der Politik übersehen.

    Schauen wir in die Zukunft:
    Die Medizin wird in den nächsten Jahren weiblich. Besonders aus diesem Grund müssen neue Vertrags- und Arbeitsmöglichkeiten in der niedergelassenen Praxis geschaffen werden. Aber auch Work-life-balance hat zunehmend einen wichtigen Stellenwert.
    Daher neue Zusammenarbeitsformen:
    • Übergabepraxis: Die junge Kollegin/Kollege kann die ersten Jahre in einer Übergabepraxis arbeiten und diese dann übernehmen.
    • Vertragsteilung: Es ist möglich, eine Vertragsstelle auf z.B. zwei Ärztinnen/Ärzte aufzuteilen. Damit ist es durchaus denkbar, auch neben und mit einer Familie eine kompetente Versorgung sicherzustellen.
    • Gruppenpraxen: Mehrere Kolleginnen oder Kollegen arbeiten gemeinsam und können beste ärztliche Versorgung gewährleisten.

    Dies sind alles Dinge, die bereits jetzt möglich sind und andererseits zukunftsweisend. Sind da noch die Zwangsmaßnahmen der Politik notwendig.
    Sicher ist, dass auch für die Zukunft optimale Arbeitsbedingungen möglich sind.

    Antworten
  • Dr Klaus Schweitzer

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    Dieses Forum soll jedem die Möglichkeit geben, seine Gedanken, Bedenken , Ängste und Erfahrungen zum Thema Landmedizin kundzutun und zur Diskusion zu stellen. Scheuen Sie sich nicht, mitzureden.
    Denn eines ist klar: wir sitzen alle im selben Boot und versuchen den bestmöglichen Kurs einzuschlagen.
    Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie mit.
    Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.

    Klaus Schweitzer

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  • schweitzer klaus

    heute wird diese website der öffentlichkeit vorgestellt. dann kann die diskussion beginnen.
    wir freuen uns auf ihren beitrag

    Antworten
  • Dr. Herbert Bachler

    Tolle Intitiative und super Webauftritt!

    Ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Landarztmedizin wird das Schaffen vieler verschiedener möglicher Zusammen-Arbeitsformen sein.
    In der Ausbildung scheint die Neugierde und Begeisterungsfähigkeit der jungen KollegInnen für die Allgemeinmedizin jedenfalls gegeben zu sein, binnen 2 Wochen haben sich bereits 23 KollegInnen für das neue Mentoringprogramm TGAM/MedUni Innsbruck angemeldet. https://www.skalpell.at/index.php/n/news-studium/item/1214-neues-mentoring-programm-allgemeinmedizin-im-herbst-2016-2017

    Auch das Institut für Allgemeinmedizin im Kontext des Instituts für Integrierte Versorgung des Landes Tirol wurde endlich gegründet und sollte nunmehr möglichst rasch umgesetzt werden.
    https://www.tirol.gv.at/meldungen/meldung/artikel/startschuss-fuer-landesinstitut-fuer-integrierte-gesundheitsversorgung/

    Mit vereinten Kräften wird es möglich sein, auch weiterhin junge KollegInnen für unseren wunderbaren Beruf des Allgemein- und Familienmediziners zu begeistern.

    Dr. Herbert Bachler
    Präsident TGAM (Tiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin) – http://www.tgam.at
    Modulkoordinator Allgemeinmedizin an der MUI – https://www.i-med.ac.at/mypoint/

    Antworten
  • Domenico

    Das Problem ist die Ausbildung zum Arzt an sich. Wer kann es sich heute noch leisten sich ein Studium, Turnus und Facharztausbildung zu finanzieren. Bis man als Arzt mal „anständig“ verdient um eine Familie zu versorgen, vergehen schon mal gut 10 Jahre.

    Und wofür? Damit man im Krankenhaus dann 60-80 Stunden pro Woche arbeitet?
    Familienfreundlich ist anderst.

    Antworten
  • Dr. Andreas Kirisits

    Gratulation zur gelungenen Website!
    Ich als Landarzt im steirischen Apfeldorf Puch fühle mich von der Tiroler Landarzt HP sehr angesprochen!

    Viele angesprochen Themen, Problemstellungen aber auch die z.T. sicher sehr individuellen Lösungen sind auch bei uns in der Steiermark aktuell.

    Einen Aspekt möchte ich unbedingt anbringen: Als Arzt mit ärztlicher Hausapotheke hat man eine Möglichkeit einen Teil der investierten Mehrwertsteuer sich wie andere Unternehmer auch zurückzuholen. Das macht wohl sehr oft den Unterschied aus, ob ein Arzt eine Ordination neu behindertengerecht erbaut oder ein einfacheres Mietobjekt finden will ( am Land oft schwer…) Ich weiß wovon ich spreche, da ich zwei Ordinationen gebaut habe. Wir brauchen keine Unterstützungsgelder i.S. von „Almosen“ – planbare und lebbare Bedingungen, die sich finanziell auch rechnen, reichen sicher aus.
    Um den unvergleichlichen Service einer ärztlichen Hausapotheke wird man in der Stadt sicher auch beneidet!! Welcher Arzt liefert schon gratis und recht prompt (!) ans Nachtkasterl am Bett um 22:00??

    Die relevanten Themen der Zukunft sind sicher erweiterte Stellvertreter Regelungen und auch die Anstellung beim Arzt. Die ärztliche Hausapotheke gehört zum Landarzt dazu wie die Butter aufs Brot!
    Auch die ärztliche Tätigkeit eines Landarztes kann man nur am Land herzeigen. In Ambulanzen geht das nicht – das ist einfach so! den Jungmedizinern muss man das zeigen – dann geht die Saat schon auf…

    Wenn jetzt noch immer nicht reagiert wird, wird die Bevölkerung in wenigen Jahren wirklich spürbar zu leiden beginnen.

    Die Vermutung, dass massenhaft Ostärzte zu uns kommen und die bald großen Lücken füllen, kann ich im Keim ersticken. Ich bin mit einer ungarischen Physiotherapeutin verheiratet und die Ostkollegen werden, falls sie schon deren Heimat verlassen, dorthin gehen, wo es „passt“. Und in Österreich passt es immer weniger oft…

    Aber trotz allem: mir geht es gut und bin guter Dinge!

    Antworten
  • Dr. Herbert Steurer, MSc

    Ich glaube, dass sich endlich jemand die Frage stellen sollte, was das Leben eines Landarztes (und seit kurzem scheint er auch Recht auf ein Leben zu haben) erschwerlicher macht als das eines Stadtarztes, Wahlarztes, etc. Da wären wohl einige Punkte zu nennen wie die unendlich langen Wochenenddienste, stundenlange Einsatzfahrten bei Nacht, sehr belastende psychiatrische Interventionen, etc. Diese Gegebenheiten sind von den Krankenkassen in keiner Weise „gewürdigt“, wobei es nicht allein um das Monitäre geht.
    Ich nehme mir den heutigen Bereitschaftsdienst heraus. Nach 37 Berufsjahren würde ich gerne den schönen Tag genießen, auf die Berge wandern, Freunde einladen, etwas mit den Enkerln unternehmen o.ä. Als Bereitschaftsarzt kann ich gar nichts davon. Selbst bei einer zusätzlichen Notarztbereitschaft bin ich 1.Ansprechpartner und muss wohl ständig erreichbar und ausfahrbereit sein (wo ist das eigentlich definiert?). Ohne Ehefrau geht gar nichts. Wie sollte ich eine größere Wunde nähen ohne Hilfe, Telefondienst u.ä. Es wäre durchaus interessant, wie die Kollegen ihre Dienste gestalten. Ich muss jederzeit damit rechnen, auch bei schwierigsten Fällen intervenieren zu müssen.
    Was bekomme ich dafür?
    Dank?
    Wohl kaum. Kein Patient wird Verständnis haben, wenn ich nach nach 48 Stunden Dienst wegen Erschöpfung die Hilfe ablehne.
    Kein Krankenkassen-oder Ärztekammerfunktion wird das rühren, ob ich wieder auch ein Wochenende verzichte.
    Und zuletzt das Hononar: 9.77 € pro Stunde, am Sonntag, Feiertag, in der Nacht. Brutto! Für 2 Personen. Dafür steht die gesamte Infrastruktur zur Verfügung einschließlich Ehegattin(ist auch schon Infrastruktur nach den Jahrzehnten). Das kostet eine warme beheizte Ordination im Winter mehr.
    Nach den Betriebskosten schlägt Hr. Schelling voll zu, wieso gibt es da keine Bestrebungen, Nachtarbeiten steuerlich zu begünstigen.
    Alles in allem kann ich auf die paar „Kröten“ wirklich verzichten.
    Die 9.77 € liegen unter jedem Mindestlohn, kein anderer Beruf würde das akzeptieren.
    Also machen die Ärzte das faktisch freiwillig, was den Spruch zur Wahrheit werden lässt, dass sich unter den Kassenärzten ca. 90% mit masochistischen Zügen finden.
    Um bei diesem Beispiel des „Landarztdaseins“ zu bleiben (es gäbe ja noch Dutzende andere):
    Wieso lassen sich das Ärzte und Standesvertretung gefallen? Ein „Ministreik“ (ein Wochenende ohne Arzt) vor 30 Jahren hätte diese beschämende Situation sofort bereinigt, wie man an den Aktivitäten anderer Ärzte (z.B.Krankenhausärzte von 100 auf 48 Stunden die Woche) sieht. Oder warten wir alle nur mehr auf die Pension?
    Ich kenne die Antwort der Standesvertretung: “ Sie können ja kündigen“ (war bisher die einzige Reaktion auf die Thematik).
    Jetzt sollen sich 3 Ärzte die Stelle teilen! Was ändert das an diesen absurden und unwürdigen Bedingungen und wovon sollen die leben? Anstatt undurchführbarer Scheinaktionen endlich reale Verbesserungen (4-5 Punkte im Honorarsystem ändern, und das Problem des Landarztsterbens wäre gelöst), das sollte das Ziel sein.

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  • Martin Sprenger

    Eine tolle Initiative. Warum die ÄK in Tirol (aber auch in anderen Bundesländern) die Pensionierungsproblematik erst jetzt erkannt hat, sollte sie trotzdem einmal zu erklären versuchen. Schließlich sind das Geburtsdatum und das gesetzliche wie reale Pensionierungsalter keine unbekannten Größen. Spannend ist auch, dass die ÄK viele der jetzt präsentierten Lösungsansätze aktiv verhindert hat. Plötzlich die Lehrpraxis – die jahrzehntelang verhindert wurde -als Notwendigkeit zu präsentieren ist schon etwas seltsam. Und auch beim vollkommen misslungen neuen Ärzteausbildungsgesetz war die ÄK mitbeteiligt. Letzteres hat dazu geführt, dass statt der geforderten 30 Prozent nur mehr weniger als 10 Prozent der AbsolventInnen medizinischer Universitäten eine allgemeinmedizinische Ausbildung beginnen.

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    • Dr. Klaus Schweitzer

      Pensionierungspolitik: Die Tiroler Ärztekammer legte schon seit Jahren besonderen Wert auf Sensibilität in Sachen Ärztepension an den Tag. Die Pensionsberechnungen wurden immer schon von Pensionsmathematikern vorausschauend auf Jahre hinaus berechnet, damit auch junge Kollegen noch mit einer sicheren Pensionszahlung rechnen dürfen. Die Zahlen dafür wurden nicht von der Politik übernommen, sondern entsprechen den tatsächlichen Zahlen angepasst..
      Die Ärztekammer verhindert in keiner Weise angebotene Lösungsansätze, sondern versucht, die daraus entstehenden Nachteile für die gesamte Ärzteschaft abzuwenden.

      Die Lehrpraxis ist und war immer ein großes Anliegen der Ärztekammer und wurde seit jeher als wichtiges Instrument beworben, um Jungmedizinern die Arbeit in einer Allgemeinmedizin-Praxis vorzustellen und näherzubringen. Im letzten Jahr wurde sie endgültig verpflichtend in die neue Turnusarztausbildung aufgenommen. Einzig die Finanzierung, an der das Ministerium maßgeblich beteiligt sein muss, bleibt offen. Aber auch daran wird von Ärztekammerseite vehement gearbeitet.

      Ich kann nur hoffen, dass sich die Sichtweise der Politik in Sachen Ärzteproblematik (sowohl die Probleme im niedergelassenen Bereich, als auch im angestellten Bereich) sehr bald ändern wird müssen.

      Antworten
      • Martin Sprenger

        Ad Pensionierungswelle und Nachwuchslücke: Wann hat die Debatte darüber in der ÄK Tirol, exakt begonnen? Die entsprechenden Publikationen der ÄK Tirol hätte ich gerne. Ich kann Sie im Gegenzug gerne mit einem Schreiben an den damaligen ÄK Tirol Präsidenten aus dem Jahr 2001 versorgen in dem ich genau auf diese Problematik hinweise und belehrt wurde, dass eh alles bestens sei.

        Ad Lehrpraxis: Schön, dass im Jahr 2015 die Lehrpraxis verpflichtend in die allgemeinmedizinische Ausbildung aufgenommen wurde. Dass es bis zum vergangenen Jahr möglich war in Österreich Allgemeinmedizinerin / Allgemeinmediziner zu werden ohne jemals in einer allgemeinmedizinischen Praxis gearbeitet zu haben ist weltweit einzigartig und liegt auch in der Verantwortung der ÄK. Wie auf Basis einer solchen krankenhauszentrierten Ausbildung gute allgemeinmedizinische Arbeit möglich ist bleibt allen ausländischen Beobachtern ein Rätsel. Die jetzt vereinbarten 6 Monate ganz am Ende der klinischen Ausbildung sind im internationalen Vergleich beschämend. Abzuwarten bleibt auch wie gut die Lehrpraxen ausgebildet und vorbereitet sind diese neue praxisnahe Ausbildung in der kurzen Zeit zu vermitteln. Ebenfalls neugierig bin ich wie es Tirol gelingt diese Aufgabe attraktiv zu gestalten und die Pensionierungswelle unter LehrpraxisärztInnen abzufedern.

        Ad Bewerbung des Berufs Landärztin / Landarzt: Ich kann nur hoffen dass es der ÄK Tirol bekannt ist dass der wichtigste Faktor für die Entscheidung von JungärztInnen für die Allgemeinmedizin die frühe Begegnung mit diesem Tätigkeitsfeld ist. Dass sich in Kanada, Skandinavien und anderen Ländern bis zu 50% der AbsolventInnen medizinischer Universitäten für die Rolle einer/eines Generalisten entscheiden liegt an gut etablierten Instituten für Allgemein- oder Familienmedizin die schon früh im Studium Famulaturen in allgemeinmedizinischen Praxen bzw. Primärversorgungseinrichtungen organisieren. Wie schaut es damit an der MedUni Innsbruck aus? Wie viele bzw. welcher Anteil der JungärztInnen entscheidet sich in Tirol derzeit nach dem Common Trunk für die Allgemeinmedizin?

        Ich finde diese Initiative wirklich gut. Ich kann aber nur hoffen, dass sich die Sicht- und Denkweise der ÄK in Tirol und ganz Österreich rasch einem internationalen Standard, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und dem Bedarf der Bevölkerung sowie einer jungen Generation von Health Professionals anpasst. Ob es Sozialversicherung und Politik schaffen die Rahmenbedingungen richtig hinzubekommen ist wirklich eine wichtige Frage. Aber schafft es die ÄK Tirol in diesen wichtigen Fragen ein kompetenter und konstruktiver Partner zu sein und damit zum Vorbild für die Standesvertretungen der anderen Bundesländer zu werden?

        Antworten
  • Dr. Andreas Kirisitz

    Zum obigen Kommentar:
    FRÜHER Kontakt mit der Allgemeinmedizin ist wesentlich – STIMMT!!!
    daher sitze ich ja jetzt als überzeugter und engagierter AM in der eigenen Praxis, WEIL ich Glück ( !! ) hatte 1992 einen auch engagierten „Lehrherrn“ in Fischbach kennenzulernen.

    1.000.- Euro / Monat Wertschätzung sind eine Anerkennung, die wir Lehrpraxisinhaber für Studenten bekommen. ( Steiermark )
    UNERTRÄGLICH ist der Umstand, dass die Bezahlung für Jungärzte im dzt. Turnus noch immer ungeklärt ist!!!

    Mir scheint, dass die politische Planung in medizinischen Fragen ähnlich funktioniert wie die Flüchtlingspolitik 2015 – nämlich fast planlos…
    Hauptsache die Klientelpolitik funktioniert weiterhin und zahlreiche Arbeitsplätze ( meist NICHT ärztliche Jobs ) werden gesichert – koste es was es wolle

    Antworten
  • Dr. Markus Killinger

    Ich möchte einmal einen positiven Einwurf in die Runde machen bezüglich der „neuen“ Vertragsmöglichkeiten für Allgemeinmediziner.

    Seit Juli 2016 teile ich mir mit einer Kollegin im „job sharing“ Modell eine Kassenstelle für Allgemeinmedizin. Zuvor war ich dort als Vertretung tätig, sicher ein wesentlicher Punkt, V.a. im ländlichen Bereich.
    Als sehr hilfreich habe ich die Unterstützung seitens der Tiroler Ärztekammer, namentlich Fr. Dr. Sagmeister, empfunden, welche sich sehr um diesen Vertrag und die damit verbundenen Fragen bemüht hat.
    Schwierigkeiten bereiteten anfangs V.a. organisatorische Abläufe (richtige o-card, richtige Rezepte, Abrechnung, etc.) und eine „kleine“ Kasse, welche noch immer nicht den seit Monaten vorliegenden Vertrag unterschrieben hat. Jetzt 1 Quartal später, kann ich sagen, es ist eine tolle Möglichkeit und ich bin froh, diese Gelegenheit als junger Arzt bekommen zu haben.

    Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt, aber es tut sich was. Die Notwendigkeit besteht auf alle Fälle, man braucht sich nur die Fallzahlen aus dem Jahr 2015 anschauen…
    Ca. 2,8 Mill. stationäre Krankenhausfälle in Österreich, bei 8,5 Mill. Einwohner eine „weltmeisterliche“ Anzahl
    Ca. 17 Mill. ambulante Fälle im Kh Bereich
    über 100 Mill. Fälle im niedergelassenen Bereich!!!

    Die Stärkung dieser Versorgung im niedergelassenen Bereich ist dringend notwendig und dazu braucht’s auch „junges Blut“

    Antworten
  • Zu Dr. Schweitzer; in einer Zeit, wo alle von notwendigen Verbesserungen für die Landärzte sprechen in der letzten Aussendung „seiner“ Fraktion:
    „Auch 2017 wird es viele Verbesserungen für die niedergelassenen Ärzte geben“. Als Beispiele werden angeführt:
    1. Erhöhung der Honorare um 1,5%. Fazit: Geht in Ordnung, allerdings wird die Inflationsrate 2017 voraussichtlich wesentlich höher liegen und die Praxissteigerungskosten noch mehr, wie man den
    Aussendungen diverser Gesellschaften entnehmen kann(von Ordinationsbedarf über Löhne, Öquasta, einfach alles, dann kommen noch ELGA etc.)
    2. Wegfall der Punktegruppe mit reduziertem Honorar bei hoher Fallzahl: Geht in Ordnung, betrifft allerdings nur Großpraxen mit weit über 1000 „Scheinen“. Inwieweit man mit 150-200 Arztkonsultationen pro Tag,
    deren sie einige rühmen) eine patientenorientierte qualifizierte Medizin betreiben kann, ist mehr als fraglich. Das machen die Assistentinnen, was de facto gar nicht erlaubt ist. Mir und anderen scheint die
    Grenze bei ca.800 Scheinen erreicht, auch das ist schon viel mehr als in anderen Ländern Europas (z.B. Frankreich, Niederlande) überhaupt „erlaubt“ ist und bezahlt wird. Eben die Massenkassenmedizin, wie
    wir sie seit 40 Jahren kennen.
    3. „Großartige Veränderungen“ bei den Limitierungen für vier(!) Einzelleistungen. So wird die Verrechnung der Position „Heilmittelgespräch“ von 2% auf sagenhafte 3% (der Patientenzahl) erhöht. Macht ein
    paar „Euronen“ aus.

    Das sind die Maßnahmen unserer Standesvertretung für ihre Mitglieder und wird in Zeiten wie diesen für den kommenden Wahlkampf als äußerst erfolgreiches Verhandlungsergebnis präsentiert.

    Na ja, da hab ich noch was vergessen. Die letzteren „Verbesserungen“ gelten ja nicht ab 2017, sondern erst ab 2018(!), wir haben ja eine zukunftsorientierte Sichtweise unser „Weisen“ in der Kammer.

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  • Peter Kufner

    Werte Kolleginnen und Kollegen – aktuelle und jene der Zukunft! Unserer Zukunft.
    Ein Kommentar eines in naher Zukunft aus dem Berufsleben scheidenden Kollegen:
    Das Team um Artur Wechselberger kümmert sich schon lange und intensiv um die Problematik der „Hausarztmedizin“ (hoffentlich endlich auch im universitären Bereich vertreten) im städtischen und ländlichen Bereich.
    Wir alle sehen, dass – wenn wir über die nationalen Grenzen hinaussehen – in Europa ähnliche Probleme bestehen und dass die Politik meist nur kurzfristige (nationale) Lösungen sucht und dabei langjährig entstandene Entwicklungen aus Kostengedanken heraus zerstört. Damit aber auch das so wichtige Vertrauensverhältnis zwischen Allgemeinmedizin und Mensch als Patient.
    Es gilt hier sowohl im städtischen aber viel mehr auch im ländlichen Bereich akut und doch vorsichtig zu agieren, und genau das traue ich dem Team um Artur Wechselberger zu.
    Es gilt Augenmaß zu bewahren, Verhandlungen in Augenhöhe und Gleichwertigkeit zu führen.
    Und es gilt nicht zu vergessen, dass die Allgemeinmedizin als Ganzes, städtisch oder ländlich, in Gefahr steht, über Bord geworfen zu werden. Nur gemeinsam werden wir uns – hoffentlich – der Pendelbewegung der Zeit entgegensetzen können..
    Siehe dazu Beispiel Norwegen, Schweden

    Ich wünsche gutes Gelingen!

    Gerne wäre ich im „Kampf“ noch dabei, aber mein Alter spricht gegen mich. Junge AllgemeinmedizinerInnen müsst aktiv werden, bleiben!!
    Es dreht sich nicht (nur) ums Geld. Denn da, wo anerkannte (!!) Leistung erbracht wird, fliest auch Geld.
    Es geht vielmehr darum, die langjährig entwickelte Vertrauensbasis zur Primärmedizin weiter auszubauen und für dieses „Arzt-Patientenverhältnis“, das in jedem Falle dem Patienten zugute kommt, weiterhin ein zu stehen und zu beeinspruchen. Damit werden die Patienten weiter hinter uns stehen, nicht aber, wenn`s nur ums Geld geht!
    Also: Standhaftigkeit gegenüber unseren politischen Parteien zum Wohl der Patienten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Kufner

    Antworten
  • Dr Klaus Schweitzer

    Gratulation dem Verein unabhängiger Tiroler Ärzte und natürlich auch unserem Präsidenten Dr Artur Wechselberger. Die geleistete Arbeit wurde von den Kolleginnen und Kollegen bestätigt und – ich kann bei diesem fulminaten Wahlergebnis zu Recht sagen – auch gewürdigt.
    Mich freut es ganz besonders, ein Teil dieses Teams sein zu dürfen.

    Alles Gute für die Zukunft

    Klaus Schweitzer

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