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Präsident Dr. Artur Wechselberger

„Die Zukunft der Landmedizin wird angesichts des steigenden Frauenanteils in der Medizin wesentlich davon abhängen, ob es gelingen wird, mehr Frauen für die Tätigkeit als Landärztin zu gewinnen. Aber auch männliche Angehörige des ärztlichen Berufsstandes sind nicht mehr bereit, so zu arbeiten, wie es die Generation vor ihnen gewohnt war. Deshalb müssen sich die Rahmenbedingungen, unter denen heutzutage eine Praxis geführt wird, grundlegend ändern. Wesentliche Bestandteile familienfreundlicher landärztlicher Arbeitsmodelle sind zeitgemäße Gruppenpraxen, Teamarbeit in Hausarztpraxen, neue Praxisnetzwerke, Timesharing-Praxen, die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in Arztpraxen und geeignete Formen der Vertretung und der Bereitschaftsdienste. Zudem muss die Begeisterung für die Hausarzt- und Landarzttätigkeit schon im Medizinstudium entwickelt werden. Allgemeinmedizinische Lehrstühle an allen Medizinischen Universitäten sind notwendig. Auf dieses Grundwissen aufbauend soll dann eine gediegene, praxisbezogene Ausbildung nach dem Studium in der Lehrpraxis die jungen Ärztinnen und Ärzte zur Gründung oder Übernahme einer Landarztpraxis motivieren.

Zur Entlastung von Landärztinnen und Landärzten muss es außerdem zum Abbau von Bürokratie und Administration kommen. Öffentliche Unterstützung bei den oft großen Investitionen und Hilfe bei der Suche von Räumlichkeiten für Ordination und Wohnung können auch Anreize zur Niederlassung setzen.“

 

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MR Dr. Klaus Schweitzer

„Landärztinnen und Landärzte sind oft die ersten Ansprechpartner, wenn es um den raschen und unbürokratischen Zugang zu Medikamenten geht. Ihre landärztliche Hausapotheke ist ein wichtiger Beitrag zu einer wohnortnahen medizinischen und medikamentösen Betreuung. Außerdem stellen Hausapotheken für viele Landärzte einen nicht immer verzichtbaren Einkommensbestandteil dar, ohne den ihre Praxis wirtschaftlich nicht existenzfähig wäre. Landärzte sollten deshalb das uneingeschränkte und zeitlich unbegrenzte Recht auf das Führen einer Hausapotheke haben. Wir haben in vielen Regionen Österreichs und Tirols erleben müssen, wie der Verlust der ärztlichen Hausapotheke auch zur Schließung von Arztpraxen geführt oder die Wiederbesetzung einer vakanten Vertragsarztstelle lange verzögert hat.“

 

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Dr. Benjamin Huber

„In erster Linie wünschen wir uns eine Verbesserung der Lebensqualität und Anpassung der Landmedizin an die heutige Realität. Für viele Ärztinnen und Ärzte ist das Landarztdasein mit der Familie schwer vereinbar.
Wochenend-, Bereitschafts- und Nachtdienste sowie unvorhersehbare Arbeitszeiten und zahlreiche Fortbildungsverpflichtungen lassen ein geregeltes Familienleben mit ausreichend Zeit für Kinder kaum zu. Neben der medizinischen Herausforderung als Landarzt warten noch viele Zusatzaufgaben: plötzliches Unternehmerdasein, vollste alleinige Verantwortung, bürokratische Aufgaben, große finanzielle Investitionen.“