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Problemstellung

In den nächsten zehn Jahren wird mehr als die Hälfte der derzeit rund 1800 in Österreich niedergelassenen Landärztinnen und Landärzte mit Kassenverträgen, davon 99 in Tirol, in Pension gehen. Entscheidend für den Fortbestand einer wohnortnahen Patientenversorgung in den ländlichen Regionen wird sein, diese frei werdenden Stellen nachzubesetzen.

Eine ausgeglichene Work-Life-Balance, die Annehmlichkeiten und Anonymität des Lebens in größeren Orten und Städten bilden oft eine unüberwindbare Konkurrenz zur Schönheit des Landlebens und der Erfülltheit einer lebensbegleitenden ländlichen Patientenbetreuung.

Der persönliche „Volleinsatz“, der Landärztinnen und Landärzten abverlangt wird, verträgt sich oft nur schwer mit einem zeitgemäßen Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Freizeit. Auch darf man dem Einkommen die geleisteten Stunden nicht gegenrechnen, da das Ergebnis zumeist nicht gerade für die Entscheidung, als Landarzt tätig zu werden, ausfällt. Somit wird es verständlich, wenn es sich viele junge Ärztinnen und Ärzte sehr genau überlegen, ob eine Landarztpraxis ihren Lebenszielen entspricht und diese auch etwa in Bezug auf die Kinderbetreuung oder die Schul- und Berufsausbildung der Kinder möglich ist. Auch liegt es nicht jedem, den besonderen beruflichen Herausforderungen einer Landarztpraxis zu entsprechen oder dafür seine eigenen privaten oder kulturellen Ansprüche einzuschränken.

Dabei nimmt der Bedarf an ärztlichen Behandlungen auch am Lande ständig zu. Die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung bei gleichzeitiger Abwanderung der jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Ballungsräume erhöht den Anteil derer, die nicht an der gestiegenen Mobilität teilhaben können. Ganz zu schweigen vom nach wie vor wachsenden Fremdenverkehr wie auch vom Freizeitverhalten der Städter, die die Landgebiete als Orte der Erholung und der Sportausübung gerne aufsuchen. Auch sie wollen, wenn Not am Mann ist, vor Ort rasch und fachlich kompetent betreut werden.

 

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